Auszüge aus dem Dokument der 35. Generalkongregation der Gesellschaft Jesu zur Identität der Jesuiten
Jesuiten wissen, wer sie sind, indem sie auf Christus schauen. Wir Jesuiten finden sodann unsere Identität nicht je allein, sondern in Gefährtenschaft: in Gefährtenschaft mit dem Herrn, der beruft, und in Gefährtenschaft mit anderen, die an diesem Ruf mit uns teilhaben. [...]
Grundlegend für die Sendung eines jeden Jesuiten ist eine Erfahrung, die ihn schlicht zusammen mit Christus in der Herzmitte der Welt sein lässt. [...]
Göttliches Leben in den Tiefen der Wirklichkeit zu finden ist eine Sendung der Hoffnung, die uns Jesuiten geschenkt worden ist. Wir gehen den gleichen Weg, den Ignatius eingeschlagen hat. Wie in seiner, so auch in unserer Erfahrung: Weil ein Raum der Innerlichkeit eröffnet wird, wo Gott auf uns einwirkt, sind wir fähig, die Welt als einen Ort zu sehen, in dem Gott am Werk ist und der von seinen Anrufen und seiner Gegenwart voll ist. So treten wir mit Christus, der lebendiges Wasser bietet, in die ausgetrockneten und lebensfeindlichen Gebiete der Welt. [...]
Sein und Tun, Kontemplation und Aktion, Gebet und prophetisches Leben, ganz mit Christus vereint sein und zusammen mit ihm als apostolischer Leib vollständig in die Welt eingefügt sein: Alle diese Polaritäten kennzeichnen tief das Leben eines Jesuiten und drücken zugleich dessen Wesen und dessen Möglichkeiten aus.